November 2018

Alle Wetter, der November!


Windmond, Nebelung, Wintermonat: alte deutsche Namen für den November weisen auf die Wetterkapriolen hin, mit denen uns dieser Monat auf den Winter einstimmt.

Der Übergang vom Herbst in die dunkle Jahreszeit ist seit alters her verbunden mit Gedanken über Vergänglichkeit und Abschied. Der Kälte und der Dunkelheit halten die Menschen in ihren Bräuchen aber schon immer Licht und Wärme entgegen.

Sie möchten mehr erfahren? Wir haben für Sie einige spannende Beiträge zum Monat November versammelt.
Ihr Edeka Markt Voigt

Hintergrund

Viele Wetter, vielen Namen


Der heute für den elften Monat des Jahres übliche Name November kommt von dem lateinischen Wort für neun – novem. Im alten römischen Kalender wurde damit tatsächlich zunächst der neunte Monat des Jahres bezeichnet. Im Jahr 153 v. Chr. Wurde dann der Jahresbeginn um zwei Monate vorverlegt – der Name November blieb.

Im Deutschen bürgerten sich auch andere Namen für diesen von Winden und Kälte heimgesuchten Monat ein. Sie zeigen, welch wichtige Rolle das Wetter im Alltag der Menschen spielte. Als Wintermonat ist der Monat berüchtigt für Reif, Eis und Schnee. Wo der Windmond haust, da fegt das welke Laub über die Erde. Regen und Nebel – so sind die Verhältnisse im Nebelung.

Die Bezeichnung Schlachtmond bezieht sich glücklicherweise nur auf das Schlachten von Schweinen. Doch Novembertage: das sind auch Tage des Sturms – nicht nur in Bezug auf das Wetter sondern auch in der Politik. Von der Novemberrevolution 1918, über die Progrome der Nationalsozialisten bis hin zum Fall der Berliner Mauer: der November steht im Jahreskalender für turbulente Veränderungen.

Gedicht des Monats

November

von Heinrich Seidel


Solchen Monat muss man loben
keiner kann wie dieser toben,
keiner so verdrießlich sein
und so ohne Sonnenschein!

Keiner so in Wolken maulen,
keiner so mit Sturmwind graulen!
Und wie nass er alles macht!
Ja, es ist ‘ne wahre Pracht!

Seht das schöne Schlackerwetter!
Und die armen welken Blätter,
wie sie tanzen in dem Wind
und so ganz verloren sind!

Wie der Sturm sie jagt und zwirbelt
und sie durcheinander wirbelt
und sie hetzt ohn’ Unterlass:
ja, das ist Novemberspaß!

Und die Scheiben, wie sie rinnen!
Und die Wolken, wie sie spinnen
ihren feuchten Himmelstau
ur und ewig, trüb und grau!

Auf dem Dach die Regentropfen:
wie sie pochen, wie sie klopfen!
Schimmernd hängt’s an jedem Zweig,
einer dicken Träne gleich.

Oh wie ist der Mann zu loben
der solch unvernünft’ges Toben
schon im voraus hat bedacht
und die Häuser hohl gemacht:

so, dass wir im Trocknen hausen
und mit stillvergnügtem Grausen
und in wohlgeborgner Ruh
solchem Greuel schauen zu.

Rezept des Monats

Im Zeichen des Kohls


Der November steht ganz im Zeichen des Kohls. Verschiedene Kohlsorten laden zu deftigen Gerichten und Eintöpfen ein. Besonders empfehlenswert in der kalten Jahreszeit: ein richtig heißer polnischer Bigos.

Hintergrund

Bauernregeln für den 11. Monat


War der Sommer auch noch so lang – ein langer Winter macht uns dennoch bang. Nein: hierbei handelt es sich um keine alte Bauernregel. Nach dem Jahrhundertsommer 2018 trifft sie dennoch zu. Das Jahr neigt sich dem Ende, die Kälte steht ins Haus, und alle Welt fragt sich, wie hart und lang der Winter dieses Jahr wohl werden mag.

Für die Einschätzung der folgenden Jahreszeiten spielen die Übergangsmonate schon immer eine große Rolle. So weiß der Bauer: Hängt das Laub bis November hinein, wird der Winter lange sein. Und: Viel Nebel im November, viel Schnee im Winter. Andersherum gilt aber auch: Wenn der November blitzt und kracht, im nächsten Jahr der Bauer lacht. Dagegen: Blühn im November die Bäume auf’s Neu’, dann währet der Winter bis zum Mai.

Sicher ist: der November darf gern ein wenig schaurig, grau und kalt werden. Der Herbst soll auf keinen Fall mit dem Frühling verwechselt werden können. Aber allzu hart darf es noch nicht zugehen: Gefriert im November schon das Wasser, wird der Januar umso nasser. Auch der Kinder wegen nicht, die sich ja sowohl auf das Martinsfest (Martini) als auch, natürlich, auf Weihnachten freuen. Aber: Wenn die Martinsgänse auf dem Eise geh’n, muss das Christkind im Schmutze steh’n.

Glaubt man dem Volksmund, sollte sich der Winter bei allen November-typischen Wetterkapriolen noch einen Moment gedulden: Sankt Martin Sonnenschein, tritt ein kalter Winter ein.

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